Ostfriesische Teezeremonie

Ostfriesische Teezeremonie in der TeeWiese

„Von Stövchen, Klunni und Wulkje“ 

 Die Teezeremonie der Ostfriesen oder „Dree is Oostfresen Recht". 

Man sagt den Ostfriesen nach das sie grimmig sind, was aber eigentlich nicht stimmen kann, denn Gastfreundschaft wird hier großgeschrieben. 

Spätestens wenn „Teetied“ ansteht und das tut es 4-mal am Tag, sind die Friesen sehr gesprächig und gesellig, von grimmig ist da keine Spur. 

Teetrinken ist Bestandteil des Alltags in Ostfriesland, um herunterzukommen und sich auf das Wesentliche zu besinnen und das tun sie sehr gerne, denn statistisch trinkt jeder Ostfriese 300 Liter Tee im Jahr. 

Eine „echte“ ostfriesische Teezeremonie nimmt viel Zeit in Anspruch und ist für die meisten Menschen sicher nur am Wochenende möglich. 

Es geht aber auch schneller, wenn man sich auf das Wesentliche des Genusses einer Tasse Ostfriesentee beschränkt und dann geht es jeden Tag. 

Pro Tasse rechnen wir 2 g, dies ist ein Teelöffel. Wir benötigen also z. B. für einen Liter 5 Teelöffel. Als Erstes wird der Tee in eine Kanne gegeben, die vorher angewärmt wurde. Heute wird häufig ein Kannenfilter benutzt. Wichtig ist hierbei, dass er so groß wie möglich ist, damit sich die Teeblätter gut entfalten können und so ihren ganzen Geschmack in das Wasser abgeben können. 

Nun wird sprudelnd kochendes Wasser zugegeben und wir geben dem Tee 5 Minuten Zeit sich zu entfalten. 

Während der Ziehzeit werden die Tassen vorbereitet. Jede bekommt ein Stück „Klunni“ (großer, weißer Kandis), auch Kluntje genannt. Auf die Untertasse kommt ein Teelöffel, der … , dazu später mehr. 

Wenn der Tee fertig ist, wird er nun in die Tassen gefüllt, wobei der Kandis leise knistert. 

Die Kanne kommt dann auf das Stövchen mit dem Teelicht, so dass der Tee heiß bleibt und dadurch auch eine gemütliche Atmosphäre entsteht. 

Nun kommt die Sahne ins Spiel. Diese wird am Rand der Tassen, mit einem Sahnelöffel oder Teelöffel, in die Tassen gegeben. Jetzt innehalten und das Schauspiel beobachten, dass die Ostfriesen „Wulkje“ nennen. Die Sahne fliest zum Boden der Tasse und steigt in „Wolkenform“ an die Oberfläche des Tees. Dies gelingt aber nur mit Sahne, nicht mit Milch. 

Der Tee wird in den drei Schichten, die nun entstanden sind, genossen. 

Zunächst der Genuss des sanften Tees, der durch die Sahne entstanden ist. Dann kommt der Geschmack, der ein wenig herb ist, weil hier der Grundgeschmack des Tees zum Ausdruck kommt. Zum Schluss schmeckt der Tee, durch den sich langsam auflösenden Kandis, angenehm süß. 

Nun kommen wir zu dem auf der Untertasse befindlichen Löffel, der bis jetzt nicht zum Einsatz gekommen ist. 

„Der Tee wird keinesfalls umgerührt“. Zum einen beraubt man sich des Schauspiels der Wulkje und zum anderen um den Genuss der drei Schichten. 

 „Drei Tassen sind Ostfriesenrecht“ und so trinkt ein Ostfriese meist auch 3 Tassen. 

Wenn man nach zwei oder drei Tassen keine weitere mehr möchte, legt man den Löffel in die Tasse. Dies signalisiert, dass man keine weitere Tasse Tee mehr möchte. 

 Es soll schon Menschen gegeben haben, die mehr als 6 Tassen nachgeschenkt bekommen haben, weil sie dies nicht wussten. 

Aber das kann Dir nun nicht mehr passieren, weil Du nun ja bestens informiert bist. 

Übrigens: Seit 2017 gehört die Ostfriesische Teezeremonie zum immateriellen Kulturerbe

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